Dr. Gerhard Karg: "Schädlinge rund ums Bett"

Matratzen-Bezug.de - Geschrieben am 26.10.2018


"Schädlinge rund ums Bett"

von Dr. Gerhard Karg (öbuv Sachverständiger für Schädlingsbekämpfung, Kaiserslautern)


Wenn es um Schädlinge geht treten rund ums Bett zwei Tiere in Erscheinung: Bettwanzen (Cimex lectularius) und Hausstaubmilben (Dermatophagoides spec.).

Ein unerwünschter Zimmergast galt als geschlagen – Jetzt kehrt er auch in deutsche Hotel- und Krankenbetten zurück.

Die Bettwanze (Cimex lectularius) ist zurück und fühlt sich in Hotelbetten ebenso wohl wie in Krankenhäusern, Arztpraxen und vielen Privatwohnungen. Sie entwickelt sich auch in unseren Breitengraden zunehmend zu einem ernsthaften Problem. Nicht erst seit den Olympischen Winterspielen in Vancouver, als viele Hotelbetten betroffen waren, ist das Thema Bettwanzen wieder hochaktuell. Es wird von nächtlichen Attacken berichtet, während derer Hotelgäste im Schlaf von ganzen Scharen von Bettwanzen attackiert wurden. Die Zahl der Vorfälle steigt stark an. Professionelle Schädlingsbekämpfer sprechen in manchen Gegenden von epidemieartigen Zuständen und den Gesundheitsämtern werden immer mehr derartige Vorfälle gemeldet.

Zerstochene Gäste verklagen selbst renommierte Häuser auf Schadenersatz.

In den USA breiten sich die unerwünschten Bettbewohner derzeit so stark aus wie zuletzt vor dem Zweiten Weltkrieg. Neueste Meldungen berichten von Bettwanzenbefall in Studenten-Wohnheimen von Universitäten in Kanada, in Schlafwägen, Flugzeugen, aber vor allem Hotels und Privatwohnungen (ein Großteil der gemeldeten Fälle in Berlin). Feuerwehrleute wurden bei der Brandlöschung in einer Wohnung von Bettwanzen attackiert. Fast täglich findet man neue Horrormeldung über Bettwanzen in den Zeitungen.

Das Problem ist inzwischen so deutlich, dass die Amerikanische Umweltschutz- behörde im April 2009 ein „Nationales Bettwanzen Gipfeltreffen“ veranstaltete, bei dem Ratschläge und Empfehlungen zur Lösung des Problems erarbeitet wurden.

Bettwanzenbefall tritt deutlich häufiger auf

Ein wichtiger Grund für das vermehrte und auch überraschende Auftreten der Bettwanzen ist die gesteigerte Mobilität. Wir reisen mehr als je zuvor und der Warentransport nimmt stetig zu. Bettwanzen, die sich nur zum Blutsaugen an Opfer heranschleichen, halten sich außer bei der Nahrungsaufnahme in Verstecken (Ritzen und Spalten) auf. Die Verstecke sind häufig am und ums Bett, aber auch weiter vom Bett entfernte Gegenstände wie Bilderrahmen, Schubladen, Steckdosen, Elektrogeräte, Fußbodenleisten. Auch Koffer werden gerne genutzt und schon hat man die Tiere mit nach Hause gebracht oder zum nächsten Hotel verschleppt, wo sie sich von Zimmer zu Zimmer ausbreiten können.

Welche Schäden machen Bettwanzen?

Bettwanzen ernähren sich von Blut und benötigen dies zur Entwicklung und Eiablage. Angelockt von der Körperwärme und vom Kohlendioxid, welches der Mensch beim Ausatmen ausstößt, greifen sie nachts zur Nahrungsaufnahme ihre Opfer, die Menschen, an. Die Tiere saugen dann etwa zehn Minuten lang Blut, wobei sie bis zum Siebenfachen ihres Körpergewichtes aufnehmen können. Die Bisse selbst sind meist nicht schmerzhaft, aber der Juckreiz, der durch die Abwehrreaktion des Körpers hervorgerufen wird, kann sehr unangenehm werden. Oft sind es Entzündungen, die durch Krankheitserreger, die beim Kratzen übertragen werden, Probleme bereiten. Nach mehreren Bissen können auch allergische Reaktionen und Ekzeme auftreten.

Abgesehen von diesen „individuellen“ Problemen wird Bettwanzenbefall, der sich herumspricht, zu Imageverlust und massiven Umsatzeinbußen bei den betroffenen Hotels führen.

Vorbeugen ist nur sehr begrenzt möglich

Damit sind wir auch schon bei einem weiteren wichtigen Punkt. Gibt es vorbeugende Maßnahmen? Diese gibt es leider nur in sehr begrenztem Masse. Empfehlenswert ist es, die Kopfteile in den Hotelzimmern so anzubringen, dass man sie abnehmen kann um eine Inspektion zu ermöglichen, denn dort verstecken sie sich häufig. Auch können Matratzen mit speziellen Bettwanzensicheren und Milbendichten Matratzenüberzügen, sogenannte Encasements versehen werden. Ausgezeichneten Schutz bieten die Bezüge der Firma Matratzen-Bezug.de. Diese Matratzenbezüge sind absolut Bettwanzen- und Milbendicht und bieten den Schädlingen keinerlei Unterschlupfmöglichkeiten. Sie sind mit einem speziellen Reißverschluss versehen der das Eindringen der Parasiten in die Matratzen verhindert. Die Bezüge sind außerdem „wasserdicht“ und daher auch für Krankenhäuser, Jugendheime, Hotels, Hostels, Pensionen, sowie für Alten- und Pflegeheime geeignet. Trotz dieser Eigenschaften sind die Bezüge atmungsaktiv und angenehm, da man nicht das Gefühl hat wie auf einem Plastikbeutel zu liegen. Die Bettwanzen- und Milbenkontrolle basiert ausschließlich auf den mechanischen Eigenschaften der Bezüge, die, im Gegensatz zu einigen Bezügen auf dem Markt, kein Gift freisetzen (wer will schon in Gift schlafen?)

Außerdem sollte man nach dem Urlaub sein Gepäck vielleicht genauer untersuchen (lassen), denn in aller Regel werden Bettwanzen eingeschleppt (z.B. mit dem Urlaubsgepäck.) Aber auch hier gibt es eine Lösung. Neben Matratzenbezüge vertreibt die Firma Matratzen-Bezug.de… Wäschetaschen für die Schmutzwäsche und auch spezielle Schutzhüllen für Koffer, so dass die Insekten nicht automatisch in Wohnungen verschleppt werden, sondern nach dem Urlaub zunächst gefahrlos „ untersucht“ werden können.

Sowohl die Matratzenbezüge als auch der Kofferschutz sind waschbar und dauerhaft einsetzbar.

Bettwanzenbefall ist schwer zu erkennen

Die Blutsaugenden, rot bis braun gefärbten Insekten mit langem Stechrüssel sind im ausgewachsenen Stadium bis zu sechs Millimeter groß. Sie sind flügellos und ihr Körper ist stark abgeflacht und mit Stinkdrüsen ausgestattet, deren Geruch starken Wanzenbefall durchaus verrät. Tagsüber leben sie versteckt in Ritzen und Spalten, hinter Fußbodenleisten, Bildern, in Steckdosen, hinter Tapeten, in Bettgestellen und Matratzen und überall da, wo sie Platz finden und sich in Ruhe auf ihre nächtlichen Attacken vorbereiten können.

Befruchtete Weibchen legen 200 bis 400 Eier und zwar in täglichen Raten von bis zu etwa 12 Stück. Die Eier sind etwa 1 mm groß und werden an verschiedensten Materialien festgeklebt. Bei Zimmertemperatur dauert die Entwicklung etwa 30 bis 35 Tage. Die schlüpfenden Larven sehen den Alttieren schon sehr ähnlich; nach fünf Häutungen ist die Geschlechtsreife erlangt.

Eine, zwei Bettwanzen nachzuweisen ist sehr schwierig aber enorm wichtig, damit es nicht zu einer Vermehrung kommen kann. Geeignete Bettwanzenfallen, die erlauben würden, einen Befall frühzeitig zu erkennen gibt es zurzeit leider noch nicht, obwohl schon längere Zeit intensiv daran gearbeitet wird.

Aber die blutsaugenden Bettwanzen scheiden einen dunklen tropfenförmigen bis krümeligen Kot aus, anhand dessen man einen Befall erkennen kann. Dieser Kot enthält den roten Blutfarbstoff Hämoglobin und man kann diese rote Farbe beim Zerreiben des Kotes zwischen den Fingern deutlich erkennen. Auch mit Hilfe von Austreibesprays kann ein Fachmann den Befall eventuell nachweisen. In vielen Fällen aber erst dann, wenn die Bettwanzen über einen hergefallen sind. Dann treten deutlich sichtbare Bisswunden auf und es kommt in den meisten Fällen zu starkem Juckreiz. Dann ist es aber schon zu spät!

Bekämpfung ist sehr schwierig und aufwendig

Die Bekämpfung muss unbedingt einem Fachmann überlassen werden!

Beim Einsatz chemischer Mittel werden vor allem Spritz- und Sprühverfahren verwendet, wobei meist Langzeitwirkstoffe in und um die Verstecke ausgebracht werden. Auch der Einsatz von insektiziden Nebeln ist möglich. Bitte beachten Sie, dass der Kunde/Patient/Gast bei unsachgemäß ausgeführter Arbeit mit den Schädlingsbekämpfungsmitteln in Kontakt kommen kann. Leider sind durch unsachgemäße Anwendungen von Insektiziden Resistenzen entstanden, die den Einsatz von handelsüblichen Produkten und Methoden teilweise unmöglich machen.

Eine Bekämpfung mit Hitze ist möglich, dabei bleiben keine insektiziden Rückstände. Der Prozess ist langwierig und teuer. Die befallenen Zimmer werden dabei auf circa 60 °C (an der kältesten Stelle) aufgeheizt und die Tiere dabei sozusagen „abgekocht“.

Auch eine Kältebehandlung ist unter Umständen möglich. Beide zuletzt genannten Methoden haben keinen Langzeiteffekt und der nächste Gast kann schon wieder Bettwanzen mitbringen!

Begleitende Maßnahmen zur Befallseingrenzung

Die Räume die befallen waren müssen nach der Bekämpfung äußerst gründlich gereinigt werden. Diese dient zum einen zur Entfernung der gegebenenfalls eingesetzten Bekämpfungsmittel (bitte Vorgaben des Schädlingsbekämpfers beachten). Die Staubsaugerbeutel sind unmittelbar sofort zu entsorgen. Alle betroffenen Textilien und Gebrauchsgegenstände müssen gewaschen/gereinigt werden. Beim Abtransport der Wäsche aus den befallenen Zimmern ist darauf zu achten, dass überlebende Tiere oder deren Eier nicht im gesamten Gebäude verschleppt werden. Dies kann man vermeiden, indem die Wäsche nur in gut verschlossenen Beuteln transportiert wird. Dementsprechend ist dafür Sorge zu tragen, dass sich die Insekten auch nicht in der Wäschekammer ausbreiten können.

Seit einiger Zeit gibt es spezielle verschließbare Beutel, die zum Transport von befallener Wäsche geeignet sind. Damit kann ein verschleppen von Zimmer zu Zimmer und von Haus zu Haus eingedämmt werden.Die befallene Wäsche kann in den verschlossenen Beuteln transportiert und direkt mit diesen in die Waschmaschine gegeben werden. Der Beutel löst sich im Wasser rückstandsfrei auf.

Der Einsatz dieser kostengünstigen Spezialbeutel, die ebenfalls von der Firma Matratzen-Bezug.de vertrieben werden, vermindert das Risiko der Verschleppung und einen daraus resultierenden Bettwanzenbefall deutlich.

Hausstaubmilben, sie sind immer da!

Allergien sind das Problem

Die Hausstaubmilben sind vor allem dafür bekannt, dass sie Allergien auslösen können. Wie der wissenschaftliche Name Dermatophagoides schon sagt sind diese Spinnentierchen „Hautfresser“. Sie ernähren sich von abgefallenen Hautschuppen, von denen der Mensch pro Tag bis zu 1,5 g verliert.

Die weitverbreitete Meinung, dass Hausstaubmilben die Folge von Unsauberkeit und mangelnder Hygiene sind ist falsch. Die Tiere sindin jedem Haushalt zu finden und stellen eigentlich weder für Mensch noch Tier ein Problem oder gar eine Bedrohung dar. Unangenehm oder gar bedrohlich können sie werden für Personen die allergisch auf die Tiere bzw. deren Kot reagieren. Der Kot verteilt sich als feiner Staub in der Luft und enthält die allergieauslösenden Bestandteile.

Bett, Polstermöbel und Teppiche sind befallen

Der Großteil der Hausstaubmilben befindet sich im Bett. Die höchste Konzentration von Hausstaubmilben findet sich meist in Kopfkissen, weil dort reichlich Hautschüppchen als Futter sowie viel Wärme und Feuchtigkeit vom Kopf des Schlafenden zu finden sind. Ein milbenfreies Kopfkissen gibt es daher nicht.

Kühle und Trockenheit mögen sie nicht

Zur Bekämpfung wird empfohlen die Bettbezüge wöchentlich zu wechseln und den Teppichboden sowie Polstermöbel gelegentlich chemisch zu reinigen. Regelmäßiges gutes lüften und kühl halten des Schlafzimmers führt zu einer verlangsamten Vermehrung, da die Tiere sehr empfindlich auf Temperaturen unter 18 °C reagieren. Die oben genannten Matratzenbezüge sind wasserdicht und verhindern, dass die Matratzen feucht werden und damit ein geeignetes Mikroklima für die Milben formen würden.

Bekämpfung ist möglich, eine Tilgung nicht

Zur chemischen Bekämpfung stehen verschiedene Produkte zur Auswahl. Einige der Produkte führen dazu, dass die Kotpartikel verkleben und damit weniger aufgewirbelt und eingeatmet werden. Auch die Milbenbekämpfung muss einem Fachmann überlassen werden. Der Einsatz von geeigneten Matratzenbezügen kann die Vermehrung verzögern und das massenhafte Auftreten begrenzen. Damit kann vor allem Allergikern geholfen werden.

Zusammenfassung

Die beiden am häufigsten auftretenden Schädlinge in und ums Bett sind die Bettwanzen und die Hausstaubmilben. Beide Schädlingsarten können zu einer starken Beeinträchtigung von Gästen, Patienten und Bewohnern führen. Beide Arten sind nur äußerst schwer zu bekämpfen und die Bekämpfung muss einem Fachmann überlassen werden.

Aber es gibt giftfreie vorbeugende und begleitende Maßnahmen, die dazu beitragen die Beeinträchtigungen zu vermeiden oder wenigstens zu vermindern. Die wichtigste dieser Maßnahmen besteht im Einsatz von geeigneten Matratzenbezügen die das Umfeld für die Schädlinge so ungünstig gestaltet (keine Unterschlupfmöglichkeiten, keine Feuchtigkeit), dass eine Ansiedlung oder gar eine massenhafte Vermehrung verhindert wird.


Bildhinweis: Das Bild zeigt die häufigsten Verstecke der Bettwanzen in einem Hotelzimmer / Bildquelle: Pixabay